Nordlichter fotografieren: Der komplette Leitfaden für 2026
Professioneller Leitfaden zur Nordlichtfotografie: Kp-Index-Vorhersagen verstehen, Echtzeit-Satellitentracking nutzen, optimale Kameraeinstellungen finden und die perfekten Bedingungen für spektakuläre Polarlichtaufnahmen erkennen.
Nordlichter fotografieren: Der komplette Leitfaden für 2026
Du prüfst die Polarlicht-Vorhersage. Sie zeigt Aktivität für heute Abend an. Du fährst zwei Stunden zu deinem sorgfältig ausgewählten Spot mit dunklem Himmel, baust deine Ausrüstung in der eisigen Kälte auf und… nichts. Nur Wolken. Oder die Aurora ist kaum als schwaches Leuchten am Horizont erkennbar. Oder es ist noch zu hell für eine gelungene Aufnahme.
Dieses Szenario kennst du wahrscheinlich.
Das Problem liegt nicht an fehlendem Glück – sondern daran, dass Nordlicht-Vorhersagen komplex sind und mehrere Faktoren präzise zusammenspielen müssen. Du benötigst die richtige geomagnetische Sturmintensität für deinen exakten Breitengrad, einen klaren Himmel über die gesamte Himmelskuppel, vollständige Dunkelheit und idealerweise eine mondlose Nacht. Fehlt auch nur einer dieser Faktoren, war die Fahrt vergeblich.
Dieser Leitfaden zeigt dir alles, was du wissen musst: die Wissenschaft hinter den Polarlichtern, wie man Vorhersagen richtig liest, was die Zahlen wirklich bedeuten und wie man Benachrichtigungen einrichtet, sodass du nur losfährst, wenn die Bedingungen tatsächlich passen.
Du brauchst einen kostenlosen PhotoWeather Account, um den Beispielen zu folgen.
Polarlichter verstehen: Die Wissenschaft hinter den Lichtern
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Bevor wir in Vorhersagen und Kameraeinstellungen einsteigen, hilft es zu verstehen, wie Polarlichter entstehen – und warum Vorhersagen manchmal daneben liegen.
Der Sonnenwind
Die Sonne stößt ständig einen Strom geladener Teilchen aus, den sogenannten Sonnenwind. Diese Teilchen – hauptsächlich Elektronen und Protonen – reisen mit etwa 400 Kilometern pro Sekunde durch den Weltraum (circa 1,4 Millionen km/h). Unter normalen Bedingungen lenkt das Magnetfeld der Erde den größten Teil dieses Stroms harmlos um unseren Planeten herum.
Aber die Sonne ist nicht konstant. Sie durchläuft einen 11-jährigen Aktivitätszyklus, und wir befinden uns gerade nahe dem solaren Maximum (Spitze 2024-2026). In aktiven Phasen produziert die Sonne deutlich intensivere Ereignisse.
Koronale Massenauswürfe (CMEs)
Die spektakulärsten Polarlichterscheinungen stammen von CMEs – massiven Eruptionen, die Milliarden Tonnen Sonnenmaterial in den Weltraum schleudern. Wenn ein CME die Erde trifft (typischerweise 1-3 Tage nach der Eruption), komprimiert er unser Magnetfeld und ermöglicht es weitaus mehr geladenen Teilchen, in die Atmosphäre einzudringen.
CME-Einschläge lassen den Kp-Index hochschnellen, oft dramatisch. Eine typische Nacht zeigt Kp 2-3; ein starker CME kann den Wert auf Kp 7, 8 oder sogar 9 treiben – und macht Polarlichter von Breitengraden aus sichtbar, die sie normalerweise nie zu sehen bekommen.
Warum Polarlichter an den Polen auftreten
Das Magnetfeld der Erde bildet einen natürlichen Trichter. Geladene Teilchen, die unsere Magnetosphäre durchdringen, werden zu den magnetischen Polen geleitet und erzeugen ein ovalförmiges „Polarlichtoval”, das grob über dem magnetischen (nicht geografischen) Nord- und Südpol zentriert ist.
Je stärker der geomagnetische Sturm, desto größer dehnt sich dieses Oval aus – und drückt sichtbare Polarlichter in Richtung niedrigerer Breitengrade. Deshalb sind Kp-Vorhersagen wichtig: Sie sagen dir, wie groß das Polarlichtoval gerade ist.
Polarlicht-Farben erklärt
Verschiedene Farben entstehen in unterschiedlichen Höhen:
- Grün (am häufigsten): Sauerstoffatome in 100-300 km Höhe
- Rot: Sauerstoff in höheren Altituden (300+ km)
- Blau und Violett: Stickstoffmoleküle in niedrigeren Altituden
- Rosa Ränder: Kombination von Stickstoffemissionen am unteren Rand der Vorhänge
Die spezifischen Farben, die du fotografierst, hängen von der Sturmintensität und deiner Position relativ zum Polarlichtoval ab.
Der Kp-Index: Deine erste Polarlicht-Metrik
Der Kp-Index misst die geomagnetische Sturmintensität auf einer Skala von 0 bis 9. Er wird vom Space Weather Prediction Center der NOAA veröffentlicht und alle 3 Stunden aktualisiert.
Kp-Skala im Überblick
| Kp-Stufe | Sturmkategorie | Wer kann es sehen |
|---|---|---|
| 0-2 | Ruhig | Nur hoher Norden (65°N+): Tromsø, Fairbanks, Nordisland |
| 3-4 | Leichter Sturm | Hohe Breitengrade (55-65°N): Reykjavik, Anchorage, Nord-Schottland |
| 5-6 | Mittlerer Sturm | Mittlere Breitengrade (50-55°N): Seattle, Minneapolis, Edinburgh |
| 7-8 | Starker Sturm | Niedrigere Breitengrade (45-50°N): Portland, Chicago, Süd-UK |
| 9 | Extremsturm | Selten – sichtbar bis 40°N oder darunter |
Das Problem mit reinen Kp-Zahlen
Hier ist der Haken: Eine Kp-5-Vorhersage sagt nichts aus, solange du deinen Breitengrad nicht kennst.
Wenn du in Tromsø, Norwegen (69°N) bist, ist Kp 3 aufregend – du wirst wahrscheinlich Polarlichter direkt über dir sehen. Wenn du in Seattle (48°N) bist, brauchst du Kp 6 oder 7, nur um die Aurora am nördlichen Horizont zu erahnen.
Deshalb berechnet PhotoWeather einen breitengradangepassten Aurora Activity Score anstatt dir nur den rohen Kp zu zeigen.
Die Sichtlinienformel
Meteorologen berechnen die Aurora-„Sichtlinie” – den niedrigsten Breitengrad, bei dem Polarlichter sichtbar werden – mit dieser Formel:
Sichtlinien-Breitengrad = 66° - (2 × Kp)Also:
- Kp 3: Sichtlinie bei 60°N
- Kp 5: Sichtlinie bei 56°N
- Kp 7: Sichtlinie bei 52°N
- Kp 9: Sichtlinie bei 48°N
Wenn du über der Sichtlinie bist, siehst du die Aurora am Horizont. Wenn du 8° oder mehr darüber bist, tanzen die Polarlichter direkt über dir – die spektakulären Vorhänge über deinem Kopf.
Die quadratische Beziehung
Die Sichtbarkeit von Polarlichtern skaliert nicht linear mit Kp. Die Beziehung ist näher an Kp² – was bedeutet, dass Kp 6 dramatisch mehr sichtbare Aurora erzeugt als Kp 4, nicht nur „ein bisschen mehr.”
Deshalb fühlt sich der Unterschied zwischen Kp 4 und Kp 6 enorm an, während Kp 1 versus Kp 2 kaum eine Rolle spielt. PhotoWeathers Aurora Activity Score berücksichtigt diese quadratische Skalierung.
Die drei Zahlen, die wirklich zählen

1. Aurora Activity (0-100%)
Dies ist dein breitengradangepasster Score, der berücksichtigt, wo du dich tatsächlich befindest. Ein Kp-3-Sturm wird in Tromsø völlig anders bewertet als in Montana.
So interpretierst du die Werte:
- 0-30%: Schwach – unwahrscheinlich sichtbar
- 30-50%: Moderat – möglicherweise schwach sichtbar, vor allem auf der Kamera
- 50-70%: Gut – mit bloßem Auge sichtbar, hervorragend für Fotografie
- 70-100%: Stark bis exzellent – spektakuläre Shows wahrscheinlich
Diese Zahl ist viel nützlicher als der rohe Kp, weil sie auf deinen Standort personalisiert ist und die quadratische Kp-Beziehung berücksichtigt.
2. Aurora-Kategorie: Horizont vs. Overhead
Basierend auf deinem Breitengrad und dem aktuellen Kp klassifiziert das System die erwartete Sichtbarkeit:
- Keine: Sturm ist nicht stark genug, um deinen Breitengrad zu erreichen
- Horizont: Aurora sichtbar tief am nördlichen Horizont (Sichtlinie bis Sichtlinie+8°)
- Im Zenit: Aurora direkt über dir (Sichtlinie+8° und höher)
Das ist entscheidend für deine Bildkomposition:
- Horizont-Aurora: Nutze interessante Vordergrundelemente (Berge, Seen, Bäume)
- Zenit-Aurora: Fotografiere direkt nach oben für die volle Himmelsshow, nutze Ultra-Weitwinkelobjektive
3. Aurora Quality Score (0-100%)
Hier wird es richtig mächtig. Der Aurora Quality Score kombiniert alles zu einer Zahl:
- Sturm-Stärke für deinen Breitengrad (Aurora Activity)
- Ob die Aurora über dir oder am Horizont wäre
- Ob es tatsächlich dunkel genug ist (Aurora zeigt sich nicht während der Dämmerung)
- Wolkenbedeckung über den Himmel
- Atmosphärische Sichtweite
Harte Grenzwerte, die den Score auf null setzen:
- Sonne über -6° (bürgerliche Dämmerung – nicht dunkel genug)
- Wolkenbedeckung über 50%
- Sturm nicht stark genug für deinen Breitengrad
Wenn du diese Schwellen überschreitest, berücksichtigt das Scoring:
- Basis-Score: Bis zu 50 Punkte von Aurora Activity
- Kategorie-Bonus: +20 für Zenit, +10 für Horizont
- Dunkelheit: Bis zu +15 für astronomische Dämmerung (Sonne unter -18°)
- Sichtweite: Bis zu +10 für klare Luft (15km+ Sichtweite)
- Wolkenabzug: Multiplikator von 1,0 (klar) bis 0,3 (50% Wolken)
So liest du den Aurora Quality Score:
- 0-30%: Bleib lieber zu Hause
- 30-50%: Möglich, wenn du erfahren bist und ein Risiko eingehen willst
- 50-70%: Gute Chancen – lohnt sich, einen Trip zu planen
- 70-100%: Lass alles stehen und liegen – ab geht’s!
Du kannst diesen Score über deine Wetterdiagramme gelegt sehen und Benachrichtigungsregeln darauf basierend erstellen.

Echtzeit-Polarlicht-Tracking: NOAAs OVATION Prime
Während Kp-Vorhersagen Aurora-Aktivität Tage im Voraus vorhersagen, sind sie fundierte Schätzungen basierend auf Sonnenbeobachtungen. Die Sonne ist unberechenbar – CMEs können stärker oder schwächer als erwartet ankommen, und das Timing kann um Stunden abweichen.
Hier kommen Echtzeit-Satellitendaten ins Spiel und ändern alles.
Was ist OVATION?
NOAAs OVATION Prime (Oval Variation, Assessment, Tracking, Intensity, and Online Nowcasting) Modell nutzt Satellitenbeobachtungen, um zu zeigen, wo Aurora gerade jetzt passiert. Statt vorherzusagen, was passieren könnte, misst es die tatsächliche Teilchenpräzipitation in die Erdatmosphäre.
Hauptmerkmale:
- Aktualisiert alle 5 Minuten mit frischen Satellitendaten
- Zeigt die tatsächliche Polarlichtoval-Position in Echtzeit
- Misst Intensität in Gigawatt Polarlicht-Leistung
- Deckt die nächsten 30-90 Minuten ab mit hoher Genauigkeit
Warum OVATION für Fotografen wichtig ist
Kp-Vorhersagen könnten sagen „Kp 5 heute Abend erwartet.” Aber:
- Der Sturm könnte 3 Stunden zu spät ankommen
- Er könnte bei Kp 4 statt Kp 5 seinen Höhepunkt erreichen
- Er könnte kurz auf Kp 7 hochschnellen und dann verblassen
OVATION sagt dir, was JETZT passiert. Wenn Satelliten starke Teilchenpräzipitation über deiner Region detektieren, ist das dein Signal loszufahren.
Wie PhotoWeather OVATION nutzt (Pro)
Für Pro-Nutzer integriert PhotoWeather OVATION-Daten mit Kp-Vorhersagen:
- 70% Gewicht auf Satellitenbeobachtung (was tatsächlich passiert)
- 30% Gewicht auf Kp-Vorhersage (Vorhersage-Kontext)
- 5-Minuten-Aktualisierung für Echtzeit-Entscheidungen
Diese Mischung bietet:
- Höheres Vertrauen, wenn der Satellit Aurora-Aktivität bestätigt
- Falsch-Positiv-Vermeidung – wenn OVATION nichts zeigt, sinkt der Score um 90%, selbst wenn Kp vielversprechend aussieht
- „JETZT LOSFAHREN”-Benachrichtigungen, wenn Satelliten einen Anstieg detektieren
Der entscheidende Unterschied: Kp sagt dir „heute Abend könnte was gehen.” OVATION sagt dir „JETZT ist der Moment – Aurora ist aktiv über deinem Gebiet.”
Warum Wolkenvorhersagen für Polarlichter knifflig sind
Anders als bei Golden-Hour-Fotografie (wo du dich hauptsächlich um Wolken am Horizont kümmerst), können Polarlichter über die gesamte Himmelskuppel erscheinen. Eine Punktvorhersage mit „30% Wolkenbedeckung” könnte bedeuten:
- Dünne Wolken überall (noch machbar)
- Klarer Himmel bis auf eine dicke Wolkenbank im Norden (blockiert deine Sicht komplett)
- Vereinzelte Wolken, die kaum stören
Diese Unsicherheit kann deinen ganzen Polarlicht-Trip zunichte machen.
Einzel-Punkt vs. Ganzhimmel-Wolkenanalyse
Standard-Vorhersage: Ermittelt Wolkenbedeckung an deinen exakten Koordinaten. Begrenzt aussagekräftig für Ganzhimmel-Phänomene.
Ganzhimmel-Analyse (Pro): PhotoWeather sampelt Wolkenbedeckung in mehreren Richtungen:
- 8 Kompass-Richtungen: N, NO, O, SO, S, SW, W, NW
- 3 Distanz-Ringe: 25km, 50km und 100km von deinem Standort
- 24 Sample-Punkte insgesamt gemittelt für echte Himmelskuppel-Abdeckung
Praxis-Beispiel: Dein Standort zeigt 40% Wolkenbedeckung – klingt grenzwertig. Aber die Ganzhimmel-Analyse zeigt, dass diese Wolken im Süden konzentriert sind. Der nördliche Himmel – wo du fotografieren willst – ist klar.
Diese Mehrpunkt-Analyse ist gerade für Polarlichter essentiell, weil der nördliche Horizont in mittleren Breitengraden am wichtigsten ist.
Free vs. Pro: Welche Aurora-Features sind verfügbar?
| Feature | Free | Pro |
|---|---|---|
| Aurora Activity Score | Ja | Ja |
| Kp-Index-Vorhersagen | Ja | Ja |
| Aurora Quality Score | Ja | Ja |
| Benachrichtigungs-Templates | Ja | Ja |
| Horizont/Zenit-Klassifizierung | Ja | Ja |
| Visuelle Aurora-Diagramme | Ja | Ja |
| OVATION Satellitendaten | - | Ja |
| Ganzhimmel-Wolkenanalyse (24-Punkt) | - | Ja |
| Vorhersage-Reichweite | 3 Tage | 14 Tage |
| Aktualisierungs-Frequenz | Alle 6 Stunden | Stündlich |
Die Basis-Nordlichtvorhersage – Activity, Quality, Diagramme und Benachrichtigungen – ist komplett kostenlos. Pro bringt dir Echtzeit-Satellitenbestätigung, Ganzhimmel-Wolkenanalyse und längere Planungshorizonte.
Benachrichtigungen einrichten (damit du keine Gelegenheiten mehr verpasst)
Anstatt Vorhersagen obsessiv zu prüfen, lass das System für dich aufpassen.
Das Northern Lights Template
Schau dir das Northern Lights Template an, um genau zu sehen, welche Bedingungen es überwacht.
Dies ist eine fertige Benachrichtigungsregel, die alle besprochenen Faktoren überwacht.
So richtest du es ein:
- Gehe zu Regeln → Regel hinzufügen → Templates → Northern Lights
- Überprüfe die Auslösebedingungen (Aurora Quality ≥ 50%)
- Aktiviere es für deine Standorte
Die Regel schlägt nur dann Alarm, wenn es eine echte Foto-Gelegenheit gibt – nicht nur Aurora-Aktivität, sondern tatsächlich fotografierbare Bedingungen: dunkel genug, klar genug und stark genug für deinen Breitengrad.
Zum Anpassen:
- Dupliziere das Template
- Reduziere den Schwellenwert auf 40% für mehr Benachrichtigungen (bei höherem Risiko)
- Erhöhe ihn auf 60%+ für ausschließlich außergewöhnliche Gelegenheiten
- Nutze „Test gegen aktuelle Daten”, um zu sehen, welche Gelegenheiten die Regel erfasst hätte
Wenn die Regel auslöst, bekommst du eine Benachrichtigung mit Zeitfenster, Quality Score und den wichtigsten Metriken – damit du entscheiden kannst, ob sich die Fahrt lohnt.
Wann du tatsächlich fotografieren solltest
Beste Monate (Nordhalbkugel)
Aurora passiert das ganze Jahr, aber du kannst sie nur sehen, wenn es dunkel ist:
- September-Oktober: Spitzenaktivität um die Herbst-Tagundnachtgleiche, angenehme Temperaturen und echte dunkle Nächte kehren nach dem Sommer zurück
- Februar-März: Zweite Tagundnachtgleichen-Spitze, kalt aber noch gut machbar
- November-Januar: Längste, dunkelste Nächte – maximale Chancen, aber knallharte Kälte
- April-August: Kaum bis keine Dunkelheit in hohen Breitengraden (Mitternachtssonne)
Sonnenzyklus-Kontext: Wir sind aktuell nahe dem solaren Maximum (2024-2026), was häufigere starke Stürme bedeutet. Das ist eine hervorragende Zeit für Nordlichtfotografie, besonders in mittleren Breitengraden, die normalerweise starke Stürme brauchen.
Beste Tageszeit
Der statistische Höhepunkt liegt zwischen 22 und 2 Uhr Ortszeit, aber Aurora kann jederzeit auftreten, wenn es dunkel ist. Die Schlüsselfaktoren:
- Nach astronomischer Dämmerung (Sonne 18°+ unter dem Horizont)
- Vor Beginn der Morgendämmerung
- Magnetische Mitternacht (ungefähr 23-1 Uhr) zeigt oft die stärkste Aktivität
Profi-Tipp: Mit PhotoWeather-Benachrichtigungen wirst du informiert, wenn die Bedingungen ihren Höhepunkt erreichen – selbst wenn das um 3 Uhr morgens ist, weil der Sturm später eintrifft.
Planungshorizonte
- 14 Tage voraus (Pro): Erste Orientierung für vielversprechende Fenster und Reiseplanung
- 3 Tage voraus (Free): Kp-Vorhersagen werden richtig zuverlässig
- Am selben Tag: OVATION-Satellitendaten (Pro) bestätigen die tatsächliche Aktivität
- Jetzt gerade: „JETZT LOSFAHREN”-Benachrichtigungen, wenn die Bedingungen ihren Höhepunkt erreichen
Wohin fahren basierend auf deinem Breitengrad
Die Aurora-Zonen
| Dein Breitengrad | Benötigtes Kp | Beispiel-Standorte | Was zu erwarten ist |
|---|---|---|---|
| 65-70°N | Kp 1-2 | Tromsø, Fairbanks, Nordisland | Regelmäßige Aurora, selbst schwache Stürme bringen Shows |
| 55-65°N | Kp 3-5 | Reykjavik, Anchorage, Nord-Schottland, Süd-Skandinavien | Gute Shows bei mittleren Stürmen |
| 50-55°N | Kp 5-6 | Seattle, Minneapolis, Süd-Kanada, Edinburgh | Brauchen mittel-starke Stürme |
| 45-50°N | Kp 6-8 | Portland, Chicago, nördliche US-Staaten, Süd-UK | Nur bei starken Stürmen, aber dann spektakulär |
| Unter 45°N | Kp 8-9 | San Francisco, New York, Mitteleuropa | Nur bei seltenen Großstürmen (wenige pro Sonnenzyklus) |
Deinen Standort wählen
Worauf achten:
- Dunkler Himmel: Weg von Stadt-Lichtverschmutzung. Nutze eine Lichtverschmutzungskarte.
- Freie Sicht nach Norden: Keine Berge, Gebäude oder Bäume, die nach Norden blockieren
- Interessanter Vordergrund: Seen (für Spiegelungen), Berge, Bäume, alte Gebäude
- Erreichbarkeit: Kommst du bei Winterbedingungen hin? Sind die Straßen geräumt?
- Backup-Optionen: Habe 2-3 Spots in unterschiedlichen Höhen/mit anderen Wolkenmustern
Scout-Tipp: Erkunde potenzielle Standorte bei Tageslicht, um geeignete Kompositionen zu finden. Du möchtest nicht im Dunkeln in unbekanntem Gelände herumirren, wenn die Aurora aktiv wird.
Kameraeinstellungen zum Starten
Basis-Einstellungen
| Einstellung | Startpunkt | Anpassen für |
|---|---|---|
| ISO | 1600-3200 | Hellere Aurora = niedrigeres ISO; schwache Aurora = höher |
| Blende | f/1.4 - f/2.8 | So weit wie dein Objektiv erlaubt |
| Verschlusszeit | 8-15 Sekunden | Schneller (2-5s) wenn Aurora sich schnell bewegt |
| Fokus | Manuell, unendlich | Fokussiere auf Sterne oder entferntes Licht, dann fixiere es |
| Weißabgleich | 3500-4000K | In der Nachbearbeitung anpassen (fotografiere RAW) |
Anpassung an Aurora-Helligkeit
Schwache Aurora (hauptsächlich auf der Kamera sichtbar):
- ISO 3200-6400
- 15-20 Sekunden Belichtung
- Weiteste Blende
Moderate Aurora (mit bloßem Auge sichtbar):
- ISO 1600-3200
- 8-15 Sekunden Belichtung
- f/2.8 oder weiter
Helle, aktive Aurora (lebendige Vorhänge):
- ISO 800-1600
- 2-8 Sekunden Belichtung (schneller um Bewegung einzufrieren)
- Kann leicht abblenden für Schärfe bei Bedarf
Objektiv-Empfehlungen
- 14-24mm f/2.8: Idealer Bereich für vollständige Himmelsabdeckung
- 24mm f/1.4: Großartig um mehr Vordergrund einzubeziehen
- Fisheye (8-15mm): Erfasst die gesamte Himmelskuppel
- Vermeiden: Lange Teleobjektive (du willst weite Ansichten für Aurora)
Must-have Ausrüstung
- Stabiles Stativ: Wind und Kälte machen Stabilität essentiell
- Intervalometer/Fernauslöser: Für Timelapse und um Verwacklung zu vermeiden
- Extra-Akkus: Kälte killt Akkus schnell – behalte Ersatz warm in der Innentasche
- Objektivheizung oder Handwärmer: Verhindert Frost auf dem Frontglas
- Stirnlampe (Rotlichtmodus): Schützt deine Nachtsicht
- Wetterschutz: Regenhüllen, falls die Bedingungen unsicher werden
Fokus-Technik
- Komme an, während noch etwas Restlicht vorhanden ist, oder finde eine entfernte künstliche Lichtquelle
- Nutze Live-View bei maximaler Vergrößerung und fokussiere auf einen hellen Stern oder entferntes Licht
- Stelle den Fokus manuell ein, bis der Punkt am schärfsten ist
- Fixiere den Fokusring mit Klebeband, damit er sich nicht verschiebt
- Mache ein Testfoto bei hohem ISO und zoome in die Sterne zur Schärfe-Verifikation
Häufige Fehler vermeiden
1. Blind auf Kp-Werte starren ohne deinen Breitengrad zu berücksichtigen
Eine Kp-5-Vorhersage klingt erstmal vielversprechend, aber wenn du bei 48°N bist, siehst du möglicherweise nur ein schwaches Glimmen am Horizont. Prüfe immer die Aurora Activity oder Aurora Quality Scores für deinen konkreten Standort.
2. Wolkenbedeckung ignorieren
Ein spektakulärer Kp-7-Sturm bringt dir nichts, wenn dein Himmel dicht bewölkt ist. Prüfe immer Vorhersagen für deinen Standort UND die Umgebung. Sei bereit, für klarere Himmel in eine andere Region zu fahren.
3. Zu früh rausfahren
Aurora braucht Dunkelheit. Wenn du noch während der bürgerlichen Dämmerung ankommst (Sonne nur 6° unter dem Horizont), wird selbst eine starke Aurora überstrahlt. Warte auf richtige Nacht – astronomische Dämmerung (Sonne 18°+ unter) ist ideal.
4. Falsche Erwartungen beim Weißabgleich
Aurora auf Fotos sieht selten genauso aus wie mit bloßem Auge. Kameras erfassen mehr Farbe und Detail als wir wahrnehmen. Versuch nicht, Aurora-Aufnahmen zu „korrigieren”, damit sie gedämpfter aussehen – feiere die lebendigen Farben.
5. Standorte nicht bei Tageslicht erkunden
Im Dunkeln in unbekanntem Gelände herumstolpern verschwendet wertvolle Aufnahmezeit. Kenne deine Kompositionen, den Untergrund und die Zufahrtswege vorher – idealerweise bei Tageslicht.
6. Fixierung auf einen einzelnen Standort
Wolkenmuster variieren dramatisch über kurze Distanzen. Halte Backup-Standorte in unterschiedlichen Höhenlagen oder 30-50km entfernt bereit. Prüfe Satelliten-Wolkenbilder, nicht nur Punktvorhersagen.
Profi-Tipp: Pro-Nutzer können mehrere Standorte gleichzeitig überwachen und die besten Gelegenheiten über alle auf der PhotoWeather Opportunity Map sehen – macht es leicht auf einen Blick zu sehen, welcher deiner Spots heute Abend die klarsten Himmel hat.
7. Zu früh aufgeben
Aurora-Aktivität fluktuiert über die Nacht. Ein ruhiges 22 Uhr kann sich in spektakuläre Erscheinungen um 1 Uhr verwandeln, wenn ein CME endlich einschlägt. Wenn Vorhersagen gut aussehen, bleib draußen.
Häufig gestellte Fragen
Welcher Kp-Wert ist für meinen Standort erforderlich?
Hier sind spezifische Beispiele:
| Stadt | Breitengrad | Minimum Kp | Kp im Zenit |
|---|---|---|---|
| Tromsø, Norwegen | 69°N | Jedes | Kp 1+ |
| Reykjavik, Island | 64°N | Kp 1 | Kp 3+ |
| Anchorage, Alaska | 61°N | Kp 2 | Kp 4+ |
| Edinburgh, Schottland | 56°N | Kp 4 | Kp 6+ |
| Seattle, USA | 48°N | Kp 6 | Kp 8+ |
| Chicago, USA | 42°N | Kp 8 | Kp 9 |
Der Aurora Activity Score handhabt das automatisch für deine gespeicherten Standorte.
Kann ich Polarlichter mit meinem Handy fotografieren?
Moderne Handys (iPhone 14+, aktuelle Samsung Galaxy, Pixel-Phones) können Polarlichter mit Nachtmodus erfassen. Die Ergebnisse werden nicht an dedizierte Kameras heranreichen, aber du kannst absolut beeindruckende Aufnahmen bekommen. Nutze ein Handy-Stativ und aktiviere die längste verfügbare Nachtmodus-Belichtung.
Wie lange im Voraus lässt sich eine Polarlicht-Reise verlässlich planen?
- 14 Tage (Pro): NOAAs 27-Tage-Ausblick bietet grobe Orientierung
- 3 Tage: Kp-Vorhersagen werden ziemlich zuverlässig
- 24 Stunden: Vorhersagen sind recht genau
- Echtzeit: OVATION-Satellitendaten (Pro) zeigen aktuelle Bedingungen
Für die Reiseplanung empfiehlt sich die 14-Tage-Vorhersage zur Identifizierung vielversprechender Zeitfenster. Bleibe jedoch flexibel – Bedingungen können sich schnell ändern, und erfahrene Aurora-Fotografen überwachen die Vorhersagen kontinuierlich bis zum Aufbruch.
Benötige ich ein Pro-Abo für Polarlicht-Vorhersagen?
Nein. Das Free-Tier beinhaltet vollständige Polarlicht-Vorhersage:
- Aurora Activity Scores (breitengradangepasst)
- Kp-Index-Vorhersagen
- Aurora Quality Score (die kombinierte Metrik)
- Northern Lights Benachrichtigungs-Template
Pro gibt dir:
- OVATION-Satellitendaten (Echtzeit-Bestätigung)
- Ganzhimmel-Wolkenanalyse (24-Punkt-Sampling)
- 14-Tage-Vorhersagen (vs. 3 Tage free)
- Stündliche Updates (vs. alle 6 Stunden)
Die Kern-Bedingungen, Diagramme und Benachrichtigungen funktionieren für alle.
Was ist der Unterschied zwischen Aurora Activity und Aurora Quality?
- Aurora Activity: Wie stark ist der geomagnetische Sturm für deinen Breitengrad? (Nur der Sturm, ignoriert Wetter)
- Aurora Quality: Kannst du es tatsächlich gerade jetzt fotografieren? (Berücksichtigt Dunkelheit, Wolken, Sichtweite, Sturm-Stärke)
Nutze Quality für Benachrichtigungen – es löst nur aus, wenn alle Bedingungen passen. Nutze Activity, wenn du Sturm-Stärke unabhängig vom lokalen Wetter verstehen willst.
Warum zeigt Aurora Quality einen Wert von null an, obwohl Aurora Activity hoch ist?
Weil etwas Kritisches fehlt:
- Nicht dunkel genug: Sonne ist noch nicht unter -6° gefallen
- Zu bewölkt: Wolkenbedeckung überschreitet 50%
- Falscher Breitengrad: Sturm ist nicht stark genug, um dich zu erreichen
Hohe Activity bedeutet, der Sturm ist stark. Null Quality bedeutet, du kannst ihn von deinem Standort gerade jetzt nicht sehen, auch wenn der Sturm existiert.
Hat die Mondphase Einfluss auf die Polarlicht-Fotografie?
Ja, auf zwei Arten:
- Heller Mond überstrahlt schwache Aurora (schwer schwache Erscheinungen zu sehen)
- Heller Mond beleuchtet Vordergrund (kann tatsächlich der Komposition helfen)
Für die lebendigsten Aurora-Aufnahmen sind Neumond oder schmale Sichelmond-Phasen ideal. Verzichte jedoch nicht auf einen starken Sturm nur wegen des Mondes – intensive Aurora wird auch bei Mondlicht deutlich sichtbar sein.
Lohnt sich Polarlicht-Fotografie auch in mittleren Breitengraden?
Absolut, insbesondere während starker Stürme. Einige der dramatischsten Aurora-Fotografien stammen aus mittleren Breitengraden während großer geomagnetischer Ereignisse. Die Aurora erscheint niedriger am Horizont, was interessante Vordergrund-Kompositionen ermöglicht, und die Seltenheit des Phänomens verleiht den Aufnahmen besonderen Wert.
Beobachte Kp-7+-Vorhersagen aufmerksam und sei bereit, zu Standorten mit dunklem Himmel zu fahren, wenn sich solche Gelegenheiten ergeben.
Starte mit PhotoWeather
Bereit für deine Polarlichtjagd? Nutze unser Northern Lights Template, um automatische Benachrichtigungen zu erhalten, wenn die Polarlicht-Bedingungen an deinen Standorten optimal sind. Das Template überwacht Aurora-Aktivität, Wolkenbedeckung, Dunkelheit und Sichtweite – so verpasst du keine spektakulären Erscheinungen, ohne ständig Vorhersagen prüfen zu müssen.
Quick Start Checkliste
- Erstelle einen kostenlosen Account
- Füge deinen Heimatstandort und alle Orte mit dunklem Himmel hinzu, die du häufig besuchst
- Öffne das Wetterdiagramm und erkunde Aurora Activity, Kp-Index und Wolkenbedeckungs-Daten
- Füge das Northern Lights Template zu deinen Standorten hinzu
- Passe den Quality-Schwellenwert bei Bedarf an (40% für mehr Benachrichtigungen, 60%+ nur für außergewöhnliche)
- Teste es gegen aktuelle Daten, um zu sehen, welche Gelegenheiten es erwischt hätte
Das ist alles. Wenn sich das nächste Mal eine echte Polarlicht-Fotografie-Gelegenheit an deinen Standorten ergibt, wirst du rechtzeitig benachrichtigt – mit genügend Vorlauf, um deine Ausrüstung zu packen und aufzubrechen.
Klare Himmel und erfolgreiche Aufnahmen wünscht dir das PhotoWeather-Team.